Bauchakupunktur:

Vor ca. 30 Jahren hat der berühmte chinesissche Akupunkturarzt "Bo Zhi Yun" die Bauchakupunktur entwickelt. Sie ist also eine relativ neue Methode der Akupunktur. Sie ist in China inzwischen bei den Patienten sehr beliebt und hat sich schnell verbreitet, da sie schmerzarm und dabei sehr wirksam ist. In Europa ist sie hingegen noch wenig bekannt. In Deutschland wurde die Bauchakupunktur von Professor Heping  Yuan eingeführt, bei dem ich meine Akupunkturausbildung absolviert habe.

In der chinesischen Medizin wird der Bauchnabel als „Palasttor des Geistes“ bezeichnet und spielt eine wichtige Rolle, denn er liegt in der Mitte des Körpers und des Geistes. Er ist die Quelle des Blutes, die Wurzel der Blutgefäße aber auch die Schaltstelle über die das Qi (Lebensenergie), die Lebensessenz, das Blut und der Geist fließen. Darüber hinaus ist er eine Verbidung zu den inneren Organen. Deshalb können die Körperfunktionen direkt über den Bauchnabel (Moxa - keine Nadel) aber auch über die Nadelung, der ihn umgebenden Akupunkturpunkte geregelt werden. 

Neben den 48 klassischen Akupunkturpunkten am Bauch kommen bei der Bauchakupunktur noch weitere Punkte aus dem "Mikrosystem Bauch" zum Einsatz. Ähnlich wie bei der Ohrakupunktur, wo man von der Abbildung des  Menschen im Ohr ausgeht, stellt man sich bei der Bauchakupunktur den Körper des Menschen in Form einer Schildkröte (in China Symbol für Gesundheit und langes Leben)  vor und findet so entsprechende Punkte für z.B. Schulter, Knie oder Lunge. Diese Punkte werden  vor allem bei Erkrankungen des Bewegungsapperates oder akuten Erkrankungen genadelt. Bei der Auswahl der Punkte kommt noch eine weitere Theorie zur Anwendung das "Ba-Kuo"-Diagramm,( = 8 Zonen- Diagramm). Um den Nabel     (Ren 8) herum wird der Bauch in acht Zonen (wie die Himmelsrichtungen) eingeteilt, wobei der Norden unten liegt. (eigene Sicht auf den Bauch). Diese Zonen sind den Elementen und den ihnen entsprechenden Organen zugeordnet und werden nach den Theorien der chinesischen Medizin ausgewählt.

Es kommt aber nicht nur auf die richtige Auswahl der Punkte an, sondern auch auf die Stichtiefe. Bei akuten Beschwerden wird die Nadel nur unter die oberste Hautschicht gestochen, wodurch das Mikrosystem (Schildkröte) des Bauches beeinflusst wird. Bei chronischen Erkrankungen wird die Nadel etwas tiefer gestochen, wodurch das Meridiansystem im Bauchbereich beeinflusst wird und bei sehr lang anhaltenden chronischen Erkrankungn wird noch eine Ebene tiefer gestochen.

Indikationen:

Die Bauchakupunktur wirkt am besten bei inneren, chronischen und schwer zu behandelten Krankheiten. Häufig hilft sie auch, wenn mit der klassischen Körperakupunktur nur unbefriedigend behandelt werden konnte.