Was ist die „Augen-Akupunktur“?

Die Augenakupunktur ist eine relativ neue,  von Prof. John Boel  (Dänemark) In langjähriger Praxis entwickelte Behandlung verschiedener Augenerkrankungen. Er kombinierte Punkte aus mehreren Akupunktursystemen, die eine besonders günstige Wirkung auf das Gehirn und das Auge haben.

Boel kombinierte Punkte u.a. aus folgenden Systemen

  • der koreanischen Hand- und Fußakupunktur (Su-Jok)
  • der NPSO nach Siener
  • dem Eciwo-System nach Dr. Zang
  • der Akupunktur 2000

Durch diese Punktekombination konnte die Erfolgsquote bei der Behandlung von Augenerkrankungen mit Akupunktur deutlich verbessert werden. Studien in Amerika (aus den 80er Jahren) unterstrichen die Effektivität der Akupunkturbehandlung und zeigten gleichzeitig, dass sich der Wirkungsgrad von Akupunktur durch eine zweite, zeitlich verzögerte Behandlung deutlich steigern lässt. Deshalb finden bei der Augenakupunktur Doppelsitzungen mit mindestens einstündiger Pause statt.
In Deutschland stellte Boel die Augenakupunktur erstmals 1996 vor.

Welche Augenerkrankungen werden behandelt?

Fast alle Augenerkrankungen können durch die Augenakupunktur positiv beeinflusst werden. Zwar können diese Augenleiden nicht immer vollständig geheilt werden, doch gerade bei Augenerkrankungen ist es oft schon ein großer Erfolg, wenn das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt werden kann oder wenn die Krankheit zum Stillstand kommt.

Lediglich Kurzsichtigkeit und grauer Star im fortgeschrittenen Stadium sind nicht behandelbar. Hier hilft nur eine Operation.

Innerhalb der letzten Jahre sind über 6000 Patienten mit Augenleiden aller Art erfolgreich mit der Augen-Akupunktur-Methode nach Prof. Dr. John Boel behandelt worden. Die Erfolgsquoten lagen nach  Boel  je nach Erkrankung zwischen 60  und 80 Prozent,

Zu den häufigsten Fällen, die heute mit der Augen-Akupunktur behandelt werden, gehören.  

  • Makuladegeneration, feuchte und trockene  
  • Diabetische Retinopathie
  • Zustand nach Venenthrombosen
  • Zustand nach arteriellen Embolien
  • Netzhautablösung
  • Weitsichtigkeit
  • Kurzsichtigkeit bei Kindern und Jugendlichen
  • Sehnerverkrankungen
  • Retinitis pigmentosa

Wie wird behandelt?

Natürlich wird nicht in die Augen gestochen. Es werden Punkte im Gesicht, am Knie und an Händen und Füßen genadelt. Zusätzlich werden bei der Boel'schen Augenakupunktur – je nach individueller Situation – Akupunktur-Punkte aus der klassischen chinesischen Körperakupunktur, der Ohrakupunktur oder der Yamamoto-Schädelakupunktur gestochen.

Die Behandlung nach Professor Boel  läuft nach einem bewährten Schema ab, das aber auf jeden Fall individuell angepasst werden muss. So erhält jeder Patient seine "eigene" Augenakupunktur, die auf die Situation des Patienten und seiner Erkrankung abgestimmt ist.

Zu Beginn einer Behandlung muss sehr intensiv behandelt werden, was sehr zeitaufwendig ist.

Die Basistherapie geht über 5-8 (10) Behandlungstage, an denen täglich 2 Akupunkturen an unterschiedlichen Punkten durchgeführt werden. Die Pause zwischen den Sitzungen sollte dabei mindestens 1 Stunde betragen. Erfahrungen haben gezeigt, dass Zwischenzeiten bis zu 8 Stunden keine Wirkungseinbußen mit sich bringen. Nach dieser Grundserie von  5-8 aufeinanderfolgenden Behandlungstagen kann man erkennen, ob der Patient auf die Akupunktur anspricht und ob eine Weiterbehandlung sinnvoll ist.

Der Erfolg der Augenakupunktur hängt erstaunlicher Weise weniger von der Schwere der Augenerkrankung ab, als vielmehr davon wie gut ein Patient auf die  Behandlung anspricht. Etwa 10 Prozent der Patienten reagieren nicht auf die Augenakupunktur nach Boel.  Insofern ist eine Vorhersage des Erfolges der Augenakupunktur nicht möglich.

Nach dieser  Initialtherapie werden die Behandlungstage für 2 Wochen 2 x wöchentlich, danach 1 x wöchentlich durchgeführt. Die Zeitabstände werden später über 1 x 14-tägig bis auf 1 x monatlich ausgedehnt. In manchen Fällen empfiehlt es sich, die Grundserie von 5 Behandlungstagen nach ca. ½ Jahr zu wiederholen.

Ergänzende Maßnahmen

Aus ganzheitlicher Sicht ist eine medikamentöse Begleittherapie ebenso erforderlich wie , weitere unterstützende Maßnahmen einzuleiten und gegebenenfalls die Ernährung umzustellen .

Zum Einsatz kommen dabei unter anderem;

  • Spezielle Medikamente bei degenerativen Augenerkrankungen
  • Vitaminsubstitution in Form von Nahrungsergänzung
  • Chinesische Kräuterrezepturen
  • Ausleitungstherapie
  • Darmsanierug
  • Ernährungsberatung
  • Augenübungen